
Mein Name ist Thomas Wenzel, ich bin 48 Jahre alt.Von Beruf bin ich Werkzeugmacher, arbeite als Maschineneinrichter. Ich bin verheiratet, meine Frau arbeitet als Krankenschwester und Betriebsrätin in der SRH Neckargemünd. Wir haben zwei Kinder, im Alter von 20 und 25 Jahren. Unsere Tochter geht zur Schule und unser Sohn studiert an der TH Darmstadt.
1996/1997 haben wir uns ein Blockhaus in Neckarkatzenbach-Neunkirchen gebaut. Dort lebt als einziger unbesorgt unser Border Collie. Nach meinem Abitur habe ich eine Lehre als Werkzeugmacher bei Mecano (heute TI Groupe)gemacht. Danach war ich fast 8 Jahre bei Heidelberger Druckmaschinen. Seit 16 Jahren arbeite ich bei der Firma Schmitthelm in Heidelberg. Diese stellt technische Federn hauptsächlich für die Automobilindustrie her. 2007 wird der Betrieb (gehört der Günther Gruppe) geschlossen. Damit verlieren wieder 190 Menschen ihre Arbeit und gehen in eine ungewisse Zukunft. 1996 waren bei Schmitthelm noch 460 Menschen beschäftigt, 2007 gehen die Lichter aus. Dies jedoch nicht aus Auftragsmangel, sondern aus Profitgier. Die Produktion wird hauptsächlich in die Slowakei verlagert. Hiermit schließt erneut ein traditionsreicher Heidelberger Metallbetrieb. Die Schmitthelm Belegschaft führt einen langen Kampf um ihre Arbeitsplätze - z.B. mit einer Demo gegen Hart IV zum Heidelberger Arbeitsamt, mit Vorschlägen einer verbesserten Produktion, aber auch mit Streiks, zuletzt erfolgreich 3 Tage für einen Sozialplan für alle Beschäftigten. Ich bin seit 12 Jahren Betriebsrat und maßgeblich an diesen Arbeitskämpfen beteiligt.
